Klinikseelsorge am Klinikum Ingolstadt


"Erzähle Gott nicht

 

 von deinen großen Problemen,

 

sondern erzähle deinen Problemen,

 

dass du einen großen Gott hast."

 


Das Seelsorgeteam (kath. und evang.) am Klinikum Ingolstadt 

(von links: Pfarrer Christoph Kreitmeir, Pastoralreferent Stefan Funk, Pfarrerin Anna-Katharina Stangler, Pfarrer Horst Schall, Gemeindereferentin Veronika Pabst, Pater Hubert Gerauer, Pastoralreferentin Claudia Wilk, Pater Pius Wichert OSB)

(Wenn Sie das Foto anklicken, erscheinen weitere Informationen)



https://franciscanos.org.br/carisma/a-compaixao-em-sao-francisco-de-assis.html#gsc.tab=0
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Die Begegnung mit einem Lepra-Kranken gilt als ein Schlüsselereignis im Leben des Hl. Franz. Dieses Erlebnis und die darin liegende Selbstüberwindung zeigen die Kehrtwende im Leben des Franziskus an. Lepra, „der Aussatz“ ist zur Zeit des Franziskus eine nicht heilbare und hochansteckende Krankheit. Wer infiziert ist, wird von der Gesellschaft isoliert und ist verpflichtet, jeden Kontakt zu meiden. Die verbleibende Lebenszeit ist infolgedessen von existenzieller Armut und Not geprägt.

 

Franziskus trifft also einen Aussätzigen. Er umarmt den Mann und küsst ihn. Die Begegnung mit diesem von der Gesellschaft Ausgestoßenen wird zur Gottesbegegnung, die ihn sein Leben lang begleiten wird. In seinem Testament wird er 1226 darüber festhalten: „… als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und danach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt.“ 

 

Er beginnt sich um Arme und Aussätzige zu kümmern, sammelt Geld und will vor allem auch selbst ihr Leben in Armut teilen und so Christus nachfolgen.


Silbernes Priesterjubiläum von Klinikpfarrer P. Christoph Kreitmeir

 

In einer Abendmesse am 01. Mai 2021 konnte P. Christoph Kreitmeir zusammen mit dem Klinikseelsorgeteam und einigen Patienten unter Coronabedingungen in  der schön geschmückten Klinikkapelle im Klinikum Ingolstadt sein silbernes Priesterjubiläum feiern.

Seit 4 Jahren steht er als Geistlicher dort den vielfältig erkrankten Menschen, den Sterbenden und deren Angehörigen bei.

 

Vor 25 Jahren wurde er zusammen mit drei anderen Franziskanern am 1. Mai von dem Münchner Weihbischof Bernhard Haßlberger  in der großen Wallfahrtsbasilika Vierzehn-heiligen zum Priester geweiht. Seine bisherigen Einsatzorte waren Benediktbeuern, Bad Tölz, München, Berkeley bei San Francisco, Nürnberg, Füssen, Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein, Fulda und Ingolstadt in verschiedenen Aufgaben. 

 

Hier bekommen Sie ein paar Eindrücke von der Feier und dem anschließenden Stehempfang des Teams.



„Wenn du das erloschene Auge siehst und den entstellten Mund und den regungslosen Leib, so denke nicht bei dir selbst: Jetzt redet nimmer dieser Mund, nimmer schauen diese Augen, nimmer wandeln diese Füße; alles verfällt rasch der Auflösung. Sage lieber: Dieser Mund wird besser reden, diese Augen Größeres schauen, diese Füße über Wolken schreiten, der verwesliche Leib wird mit Unsterblichkeit sich umkleiden, und herrlicher bekomme ich den Sohn wieder. Und wenn das, was das Auge schaut, dich zur Trauer stimmt, so sprich zu Dir selbst: Ein Gewand ist es, das er abgelegt hat, um es kostbarer zurückzuerhalten; ein Haus ist es, das abgebrochen wurde, um glänzender wieder zu erstehen.“ 

(Hl. Johannes Chrysotomus)


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Mittagsgebet anlässlich des Jahrestages des 1. Lockdown_16-03-2021
Mittagsgebet in der Klinikkapelle am Klinikum Ingolstadt für die Coronatoten
Mittagsgebet anlässlich des Jahrestages
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Krankenschwester Doris Gartner zieht sich in der Schleuse die Schutzkleidung an. In der Infektionsabteilung des Klinikums, wo sie arbeitet, gehört das schon immer zum Prozedere. Neu hinzugekommen ist mit Corona die Schutzbrille. Foto: Klinikum Ingolstadt
Krankenschwester Doris Gartner zieht sich in der Schleuse die Schutzkleidung an. In der Infektionsabteilung des Klinikums, wo sie arbeitet, gehört das schon immer zum Prozedere. Neu hinzugekommen ist mit Corona die Schutzbrille. Foto: Klinikum Ingolstadt

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Wir Christen müssen aufpassen, dass uns die immer größer werdende gesellschaftliche Tendenz, nämlich, dass das Leben als Ganzes auf jeden Fall gelingen muss, zu sehr ansteckt. Ein nur gelingendes Leben ist schlechthin einfach nicht wahr, es überfordert uns Menschen. Immer vom Gelingen her das Leben zu definieren, führt am tieferen Sinn des menschlichen Lebens vorbei. Zu unserem Leben gehören Einschnitte, Abbrüche, Stolpern, Misslingen, Rückfälle. Es endet im Sterben und im Tod, rein menschlich gesehen in einer Niederlage.

Aber: Wer das „heilsame Scheitern“ in seinem Leben nicht lernt zu integrieren, der wird nicht nur unzufrieden und unglücklich, er überfordert sich, andere und Gott mit dem permanenten Anspruch des Perfektionismus. Gelingen und Misslingen, Hell und Dunkel, Krankheit und Gesundheit, Verlust und Gewinn – alles gehört zusammen. Das Schwere bringt oft mehr voran als das Leichte und Angenehme. Wir wissen das und deshalb sollten wir uns heute wieder einmal darauf besinnen und uns unserem unrealistischen Wunschdenken entgegenstellen. Leben ist mehr als nur das Gelingen.

 

Christoph Kreitmeir, Klinikseelsorger





 

Gebete für Menschen in Krankheit 

 



 

 

Nichts ist umsonst

 

Wenn wir einmal gehen müssen – was bleibt?

Ist es die Liebe,

die wir in andere Herzen gelegt haben;

ist es die Hoffnung,

die wir anderen Menschen geschenkt haben;

ist es der Glaube,

der uns auf ein Wiedersehen hoffen lässt;

ist es der Trost,

den wir verbreitet haben;

ist es der Gedanke an unsere Arme,

die uns beschützt haben;

sind es die schönen Worte,

die wir gesprochen haben?

Das alles bleibt – nichts war umsonst.

 

(Hildegard Peresson)

 

(Diesen Text fand ich am Ende eines Tages, wo ich vier Menschen und deren Angehörigen beim Sterben ein Begleiter sein durfte.)